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Nach neun Monaten


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Neun Monate sind vergangen. 9 Monate, das sind 245 Tage.Oder 5880 Stunden. 352800 Minuten, und wer es ganz genau haben will: 21.168.000 Sekunden. 21 Millionen, eine ganze Menge Zeit. Zeit, die seit meiner Entscheidung, bei einer amerikanischen Firma eine neuen, anderen Lebensabschnitt zu beginnen, vergangen ist. Schnell vergangen ist. Wie im Flug. Ach ja, sitze gerade wieder einmal im Flieger über den Teich, zurück von einer Woche im Hauptquartier von BitTitan in Kirkland, einer weiteren Woche MVP Summit in Redmond, beide Lokationen sind knappe 9 km auseinander und liegen in der Nähe von Seattle im Bundesstaat Washington an der Westküste der Vereinigten Staaten. Und wenn ich in 9 Stunden in Frankfurt lande, geht es nicht gleich nach Hause, nein, auf zur nächsten Konferenz in Stockholm in Schweden.

Was hat sich in der Zwischenzeit getan?

Eigentlich sollte ich ein Buch schreiben. Über das Leben, die unterschiedlichen Kulturen, über die Arbeit, über die freie Zeit. Work Live Balance. Nun, meine Tochter behauptet, ich rede in englischer Sprache genau so schnell, wie in meiner Muttersprache. Das ist nur teilweise richtig. Wenn es sich um technische Belange handelt, dann komme ich grob geschätzt an die 75% Sprachgeschwindigkeit heran. Im Smalltalk sieht das ganz anders aus. Ich habe immer noch Schwierigkeiten mit den Speisekarten in den Restaurants. Aber es bessert sich. Weil ich immer noch jeden Tag neue Vokabeln lerne, die so im Alltag bei Gesprächen mit Freunden benutzt werden. Freunde, ja ich habe neue Kollegen und ein paar neue Freunde gewonnen, die nicht nur mit mir arbeiten, sondern auch andere Informationen austauschen. Und was bleibt mir denn anderes übrig, wenn ich mit einem Kollegen aus Portugal, Mexico oder Neuseeland unterhalten möchte, auf die englische Sprache zu wechseln. Das ist die Gemeinsamkeit, die wir mehr oder weniger alle erst einmal haben. Wenn dann, wie auf der World Wide Partner Konferenz in Orlando, Florida, ein Hotelzimmer geteilt wird, wächst man schnell zusammen, und die “Jungen” fragen sich, wo ich denn immer diese Energie her nehme. Überhaupt das Alter. Mein Alter. Die Kollegen liegen alle daneben, und dann hat es die Runde in der Firma gemacht. Ja, ich bin der Älteste . Ja ich bin der einzige Doppel Opa bei BitTitan.

Nach der “Ausbildung” zurückgekehrt aus USA war ich erst einmal alleine. Das hat Vor- und Nachteile. Keiner kontrolliert Dich. Du hast aber auch keinen Ansprechpartner. Du lebst in einer anderen Zeit. In einer anderen Zeitzone. Anderen greifen zum Telefon, Skype oder Skype for Business.Ich kann das nur zu bestimmten Zeiten. Am Abend, wenn in Europa keiner mehr arbeitet. Natürlich kann ich EMails schreiben, aber auf die Antworten muss ich meistens bis zum nächsten Tag warten. Der für mich letzte Call, jeden Tag, Daily War Room Call, beendet meinen Arbeitstag. Und meine amerikanische Kollegenfangen fangen an, zu arbeiten. Dieser tägliche Call hat übrigens in der Familie die meisten Probleme mit sich gebracht, oder sagen wir Schwierigkeiten verursacht. Er kann 2 Minuten oder auch 30 Minuten dauern. Und an bestimmten Tagen folgen darauf andere Call’s mit den Sales Teams oder aber den Kollegen und Entwicklern.  Nicht einfach für meine Frau, ein gemeinsames Abendessen dazwischen zu schieben. Wenn für die Europäer die Sonne wieder aufgeht, ist das Postfach mit vielen neuen Mails und den damit verbundenen Aufgaben voll.

Nach ein paar Wochen allein in Europa tut sich was. Neue Kollegen sind da. In meiner Hemisphäre. In London und Bulgarien. Wir sind ein Team. Und jetzt geht’s richtig los. Endlich passiert auch tagsüber etwas. Meine Arbeitsposition füllt sich mich Gesprächen von Partnern und Kunden vom Nordkap bis zum südlichen Zipfel von Europa.Mit technischen Trainings. Meistens in englischer Sprache. Ab und an auch für die deutschen Partner in meiner Muttersprache.  Und man glaubt es kaum. Der europäische Kontinent beinhaltet so viele Kulturen und unterschiedliche Anwendungen auf die anzuwendenden  Migrationen. Die Herangehensweise an Projekte ist sehr verschieden. Die Gemeinsamkeit die Sprache. Ohne Englisch geht gar nix. Aber es ist nicht der Smalltalk zu Beginn eines Skype for Business Gesprächs, der das ganze auflockert. Wenn es um das fachliche geht, sprechen alle eine einzige Sprache. Manchmal fehlen mir bei Smalltalk die Vokabeln, hier habe ich noch viel nachzuholen. Aber ich lerne ja jeden Tag ein paar neue. Bei der elektronischen Post fällt mir das Screening, also das visuelle Unterscheiden nach wichtigen und weniger wichtigen Inhalten immer noch schwer.

Der neue Job ist sehr abwechslungsreif. Kein Tag ist wie der Andere. Viele Kunden haben ihre eigenen Vorstellungen in der Software realisiert. Standards, ja. Aber auch viele Ausnahmen. Ich wurde als erster von einem Kollegen aus der USA unterrichtet. Mittlerweile haben auch andere neue Kollegen diese Ausbildung durchlaufen. Und wir suchen weitere Spezialisten rund um den Erdball. Einem heutigen Kollegen habe ich eine Jobbeschreibung per Tweet nach Neuseeland zukommen lassen. Heute zählt er ebenfalls zur großen BitTitan Familie. Überhaupt ist das Arbeiten in einer US-Firma mit einer deutschen Firma nicht zu vergleichen. Da gibt es große kulturelle Unterschiede. Die Familie und Kinder werden in verschiedenen Aktionen mit einbezogen.

Probleme?

Ja, mit der Umsetzung meiner Work Life Balance. Normalerweise war ich ein Spätaufsteher und bis in die Nacht Arbeiter. Eigentlich will man meinen, das käme doch den zwei Zeitzonen entgegen. Tat es aber nicht. Ich habe das in den Griff bekommen, in dem ich morgens jetzt wesentlich früher aufstehe. Ich schaffe es aber immer noch nicht, mit dem Aufstehverhalten meiner Frau gleich zu ziehen.

Ich mag das Arbeiten bei BitTitan. Ich habe viel Verantwortung, aber auch viele Freiheiten. BitTitan unterstützt mich auch bei der MVP Community Arbeit. So konnte ich in diesem Jahr Bei SharePoint Saturdays in Paris, Florenz, London und München dabei sein. Ebenfalls als Speaker dabei war ich bei der ersten deutschen Office365 Konferenz in Köln, der  SharePoint Konferenz in Düsseldorf , der ShareDev wiederum in Köln und jetzt die große European SharePoint Konferenz in Stockholm. Ich bin auf dem Weg dahin. Und übernächste Woche geht’s dann nach Darmstadt zum Microsoft Technical Summit und im Dezember bin ich bereits wieder in den USA. Auch die MVP Fusion und einigen Folgen des MVP Kaffeeklatsch muss ich hier erwähnen.

Das ganze hört sich nach Stress an. Ist es ab und an auch. Aber positiver Stress. Beim all diesen Aktivitäten kommt manchmal die Familie zu kurz. Aber die Arbeit macht Spaß. Und ich habe bisher den Schritt mit USA und BitTitan nicht bereut. Und weil ich auf den Konferenzen immer wieder gehört habe, das viele die ersten 3 Folgen gelesen haben, habe ich die lange Flugzeit über den Teich genutzt, den vierten Teil nieder zu schreiben.

Ich bin gespannt, was da noch so auf mich zukommt.

 

Teil 1: Mein erster Arbeitstag
Teil 2: Meine erste Arbeitswoche
Teil 3: nach drei Wochen

  1. 13. November 2015 um 16:28

    Hallo Hans, wenn ich auch auf einem viel niedrigeren Level arbeite, wir aber sicher die ähnliche Altersgruppe sind: Deine Beiträge zu den Herausforderungen einer amerikanischen Firma haben mich sehr beeindruckt und ich kann manches sehr nachvollziehen, hatte ich doch selbst vor einigen Jahren das Erlebnis, in einem Projekt einige Monate in NYC zu arbeiten. Sicher nicht vergleichbar, Deine Berichte haben mir deshalb sehr viel gegeben. Danke! Gruß Willmar

  2. 8. November 2015 um 17:30

    Vielen Dank für den vierten Bericht – und weiterhin alles Gute bei BitTitan!
    Toll zu lesen!

  1. 31. Dezember 2015 um 15:37

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